number-go-up

Ein lesenswerter, kritischer Artikel über die Finanzindustrie, u.a. über die Zusammenhänge zwischen der „Financialization“ der Wirtschaft und stagnierender Produktivität bzw. geringen Infrastruktur-Investitionen: https://www.nytimes.com/2026/02/06/opinion/capitalism-industry-financialization.html

Internetzukunftsfragen

Cory Doctorow („Enshittification“) und Tim Wu („The Age of Extraction“) haben kürzlich zwei prägende Bücher zur Gegenwart und Zukunft des Internets veröffentlicht. In einem hörenswerten Interview mit Ezra Klein erklären sie die Konzepte dahinter:

https://www.nytimes.com/2026/02/06/opinion/ezra-klein-podcast-doctorow-wu.html

Fediclipping

Im Falter. Die Wochenzeitung aus Wien. erschien letzte Woche ein lesenswerter Artikel zum Smartphone und zu dessen negativen Konsequenzen: https://www.falter.at/zeitung/20260203/wie-uns-das-handy-kaputtmacht-und-was-dagegen-zu-tun-ist

Diese Woche hat Karl Voit einen Leserbrief als Replik veröffentlicht, in voller Länge hier: https://karl-voit.at/2026/02/08/Leserbrief-Probleme-durch-Soziale-Medien-ohne-Alternativen/

Alternativen aufzuzeigen ist wichtig und ich freue mich jedes Mal, wenn das Fediverse in einem Medium vorkommt.

Souveränitätsgedanken

Bei PULS 4 wurde in der Sendung „Breaking Media“ die digitale Souveränität Österreichs besprochen. Dazu war Staatssekretär Alexander Pröll als Gast in der Sendung (ab 15:50 min) – ich durfte einen EInspieler beisteuern (18:50 min):

https://www.joyn.at/play/serien/breaking-media-machtmedienkompetenz/1-2-breaking-media-mutprobe-journalismus

Wolkenbruch

Nextcloud, eines der führenden Open Source Unternehmen Europas und in Österreich u.a. im Wirtschaftsministerium im Einsatz, über notwendige Schritte für mehr digitaler Souveränität in Europa und den EuroStack:

https://nextcloud.com/blog/digital-sovereignty-in-europe-what-still-lies-ahead/

Souveränitätserkenntnisse

Die Diskussion zu digitaler Souveränität nimmt seit Monaten an Fahrt auf. Beim OpenForum Europe hat man sich die Vorgehensweise Dänemarks näher angesehen: https://openforumeurope.org/open-technologies-public-procurement-and-economic-impact-lessons-from-denmark-for-europes-next-digital-laws/

Drei Erkenntnisse:

1️⃣ Die öffentliche Beschaffung ist dort ein zentraler Hebel. Durch sie entsteht eine stabile Nachfrage für souveräne IT-Lösungen und dadurch Investitons-/Planungssicherheit für Unternehmen. Die wiederum generiert regionale Wertschöpfung.

2️⃣ Die geänderte Kostenstruktur wird proaktiv adressiert. Bei der Verwendung von Open Source Software zahlt man weniger für Lizenzen. Stattdessen investiert man in Knowhow-Aufbau oder Wartungsverträge und Adaptierung von Software.

3️⃣ Bei digitaler Souveränität geht es nicht um die Software-Vorlieben einzelner Personen oder Institutionen. Vielmehr geht es um ein Abwiegen von Risiken. Dabei können Open Source Program Offices (OSPOs) als zentrale Stellen für Koordination und Komplexitätsabbau helfen.

Hypebegleiterscheiungen

Der KI-Kritiker Ed Zitron hat die CES besucht. In einem Artikel dazu beschreibt er treffend zwei Probleme im Tech-Sektor: die zu geringe Anzahl kritischer Stimmen (Technologie-Journalismus) und den häufig zu engen Fokus von Venture Capital:

https://www.wheresyoured.at/dot-com-bubble/

Wissenszugangspriorisierung

Copyright und verwendbare Trainingsdaten begleiten die KI-Diskussion spätestens seit ChatGPT. Mit der Frage dahinter – wie regeln wir den Zugang zu Wissen? – beschäftigt sich Bruce Schneier in einem sehr lesenswerten Essay:

https://www.schneier.com/blog/archives/2026/01/ai-and-the-corporate-capture-of-knowledge.html

Eine Kernaussage: in demokratischen Gesellschaften müssen wir darauf achten, dass Wissen abseits proprietärer Algorithmen zugänglich bleibt bzw. wird.

Ein Auszug:A society cannot meaningfully debate policy, science or justice if information is locked away behind paywalls or controlled by proprietary algorithms. If we allow AI companies to profit from mass appropriation while claiming immunity, we are choosing a future in which access to knowledge is governed by corporate power rather than democratic values.

dobusch: do-DiDay!

Leonhard Dobusch (u.a. ORF Stiftungsrat) hat ein sehenswertes Video zum „Digital Independence Day“ gemacht, in dem er erklärt, was es mit dem Begriff „Enshittification“ auf sich hat, warum der Status quo digitaler Plattformen problematisch ist und was man tun kann & sollte, um gegenzusteuern:

https://www.moment.at/story/enshittification-diday/