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Vibesecurity

IT-Security-Ikone Bruce Schneier hat kürzlich in einem lesenswerten Artikel seine Perspektive zu KI & Security niedergeschrieben.

tl;dr:

  • AI verstärkt Angreifende und Verteidigende, da beide Seiten automatisiert Schwachstellen finden können.
  • Für die verteidigende Seite bietet KI potenziell mehr Vorteile: Schwachstellen könnten automatisiert identifiziert werden, ihre Behebung kann Teil des regulären Softwareentwicklungsprozesses werden.
  • Die Möglichkeit für Patches und Updates ist zentral: „If the defense can find, but can’t reliably patch, flaws in legacy software, that’s where attackers will focus their efforts.
  • Optimistische Zukunftsszenarien erfordern die Zusammenarbeit und Bündelung finanzieller & personeller Ressourcen, z.B. um Sicherheitslücken KI-gestützt aufzuspüren.

Für den produzierenden Bereich ergeben sich aus meiner Sicht einige Implikationen:

  • Die zunehmende Verschmelzung von IT & OT erfordert steigende Softwarequalität. Beim IIoT war Security nicht immer prioritär. Das wird sich (schnell) ändern müssen.
  • Die Software Bill of Materials wird wohl an Bedeutung gewinnen: das langfristige Wissen darüber, welche Software-Bausteine, Frameworks & Co. in der Produktion im Einsatz sind, ist essenziell.
  • Last but not least: der Bedarf nach firmenübergreifender Kooperation nimmt zu. Das ist kulturell nicht immer einfach, aber nur gemeinsam kann man ausreichend Ressourcen mobilisieren, um Sicherheitslücken proaktiv zu finden und zu beheben.

Technologieupdates

Hörenswerte Podcast-Episode von „Hard Fork“: mit Jonathan Haidt im Interview zu Altersbeschränkungen rund um Social Media, mit Beispielen zu den Möglichkeiten von Vibe Coding und mit den Erfahrungen der Podcast-Hosts beim Aufsetzen einer Mastodon-Instanz im Fediverse:

https://www.nytimes.com/2026/01/16/podcasts/jonathan-haidt-strikes-again-what-you-vibecoded-an-update-on-the-forkiverse.html

LLM-Entwicklungsbeobachtung

Ein lesenswerter Blogbeitrag zum Status quo der technischen Entwicklung und der Anwendung von Large Language Models, über deren aktuellen und zukünftigen Nutzen, über ihre Limitationen und durch sie entstehende Sicherheitsrisiken:

https://simonwillison.net/2023/Aug/3/weird-world-of-llms/

OSSicherheitsfragen

Open Source Software (OSS) ist das digitale Pendant zu physischen Brücken und Straßen. Umso wichtiger ist es, in Brücken und Straßen zu investieren, bevor sie verfallen. Eine gute Analyse zu OSS, zum Problem der Trittbrettfahrer und was dagegen unternommen werden kann:

https://www.lawfareblog.com/open-source-security-how-digital-infrastructure-built-house-cards

tl;dr: neben einer Software Bill of Materials benötigt es Anreize (z.B. Änderungen im Bereich der Haftung), die Software-Hersteller incentivieren, in die Sicherheit ihrer Produkte zu investieren.

never too late

Empfehlung für das neue Jahr: mit Mimo programmieren lernen.